Sonntags-Briefing mit Claude Cowork und Obsidian
Am Sonntagmorgen nehme ich mir bei einer Tasse Kaffee gerne die Zeit, mich über die Entwicklungen der vergangenen Woche in den verschiedensten Themen auf den neuesten Stand zu bringen. Dabei interessiert es mich weniger, ob es für Helene Fischer und Florian Silbereisen ein Liebescomback gibt – vielmehr gilt mein Interesse den Entwicklungen bei Microsoft Power BI oder den neuesten Trends bei künstlicher Intelligenz.
Im Januar 2026 hat die Firma Anthropic die Software Claude Cowork vorgestellt, mit der man Aufgaben mit künstlicher Intelligenz auf dem eigenen Computer automatisieren kann. Im Zusammenspiel mit der Notizverwaltung Obsidian habe ich mir einen Workflow gebaut, der mir am Sonntagmorgen ein Briefing über meine Lieblingsthemen liefert – und zwar nach meiner Wahl auf dem Smartphone, Notebook oder Tablet.
Meine Lösung habe ich „Kaffee-Briefing“ genannt.
Die Zutaten
Die von mir verwendeten Komponenten für den Workflow sind:
Mac Mini
Mein Mac Mini läuft ohnehin 24/7 als „Server“ für verschiedene Aufgaben. Durch seinen für einen Desktop-Rechner extrem niedrigen Stromverbrauch ist das kleine Apple-Kästchen für Server-Aufgaben sehr gut geeignet.
Claude Cowork
Auf dem Mac Mini läuft Claude Desktop (oder einfach auch nur Claude genannt), welches die News der vergangenen Woche recherchiert und aufbereitet. Diese Recherchearbeit übernimmt der in die Claude-App integrierte Dienst Claude Cowork.
Claude Cowork erfordert Stand heute ein bezahltes Abo von Claude. Da ich vor einiger Zeit ohnehin von ChatGPT zu Claude gewechselt bin, habe ich Cowork (wie auch Claude Code) im Pro-Plan verfügbar.
Obsidian
Die Notizverwaltung Obsidian stellt die von Claude Desktop erzeugten Markdown-Dateien übersichtlich dar. Zudem werden die wöchentlich anfallenden Markdown-Dateien aufbewahrt, sodass sich über die Zeit eine Historie entwickelt.
Obsidian Sync
Um das Briefing auf jeder Plattform lesen zu können – nach Wahl auf meinem Macbook, dem Android-Smartphone, dem Tablet oder auch direkt auf dem Mac Mini, nutze ich den Dienst Obsidian Sync. Mir sind das die Kosten in Höhe von 4 US-Dollar pro Monat wert, weil die Synchronisation sehr schnell und zuverlässig läuft. Außerdem unterstütze ich damit die Weiterentwicklung von Obsidian.
Die Einrichtung
Mac
Zunächst habe ich auf dem Mac Mini im Dokumente-Ordner ein Verzeichnis mit dem Namen „Kaffee-Briefing“ eingerichtet. Dieses Verzeichnis ist der Ort, in dem Claude Cowork arbeitet und die Markdown-Dateien ablegt.
Zunächst möchte ich jeden Sonntag drei Briefings haben, deshalb habe ich drei Unterverzeichnisse angelegt:
- AnythingLLM und Ollama
- Anthropic und Claude
- Power BI
Das könnten aber natürlich auch ganz andere Themen sein. Auch Helene und Florian wäre natürlich machbar 🙂
Claude Cowork
Wichtig zu wissen ist, dass eine solche Automation nicht mit dem Claude-Chat, der im Browser läuft, möglich ist. Claude Desktop ist eine eigenständige Desktop-Anwendung, die es für Windows, Mac und Windows on ARM gibt (für Linux gibt es die Software stand heute nicht). Der Link für den Download ist https://claude.com/download.
Nach der Installation wird man beim ersten Start aufgefordert, sich mit seinem Claude-Konto anzumelden. Wie schon gesagt, ist ein bezahlter Account nötig – mindestens also der Pro-Plan für ungefähr 20 Euro pro Monat.
In der Claude-App geht man dann auf den Reiter „Cowork“. Dort legt man zunächst ein neues Projekt an. Da ich den Ordner „Kaffee-Briefing“ ja bereits angelegt habe, kann ich Cowork sagen, es soll diesen vorhandenen Ordner verwenden

Der Dialog in Claude Cowork, um einen vorhanden Ordner für ein Projekt auszuwählen
Dem Projekt kann man dann allgemeine Anweisungen geben, die für das gesamte Projekt gelten. Hier habe ich folgenden Prompt erstellt:
Erstelle in diesem Ordner Markdown-Dateien zu Themen, die du zuvor im Netz recherchiert hast.
Die eigentliche Aufgabe legt man im Bereich „Geplant“ an. Hier klickt man auf das +, um eine Aufgabe zu erstellen.
Das Wichtigste hierbei ist der Prompt für die konkrete Aufgabe. Für mein Briefing zu AnythingLLM und Ollama habe ich folgenden Prompt angelegt:
Recherchiere im Netz bitte die News der vergangenen Woche zu den Themen AnythingLLM und Ollama. Verwende ausschließlich seriöse Quellen. Stelle die News als Briefing dann als Markdown-Datei im Verzeichnis "AnythingLLM und Ollama" bereit. Gib am Ende der Datei deine Quellen an. Benenne die Datei im Format "Briefing_AnythingLLM_Ollama_yyyy-mm-dd".
Wichtig war mir hier der Hinweis, dass nur seriöse Quellen und nicht etwa der Telegram-Kanal vom Wendler verwendet werden. Auch der Hinweis, die Quellen am Ende der Datei zu verlinken, ist meines Erachtens hilfreich und wichtig. Die Formatangabe für den Dateinamen sorgt dafür, dass die Dateien jede Woche im gleichen Format erstellt werden.
Schließlich stellt man in der Aufgabe ein, wann und wie oft diese ausgeführt werden soll. Ich habe hier eingestellt Wöchentlich am Sonntag um 5.15 Uhr.

Der Einstellungs-Dialog für wiederkehrende Aufgaben in Claude Cowork
In diesem Dialog wäre es noch möglich, das zu verwendende Sprachmodell auszuwählen. Voreingestellt ist „Standard“ und das habe ich auch verwendet.
Fun Fact: Bei Häufigkeit lässt sich auch „Handbuch“ einstellen. Ich vermute, dass das eine schlechte Übersetzung ist und „Manuell“ bedeuten soll.
Mit diesen Einstellungen wird Claude Cowork nun jeden Sonntag um 5.15 Uhr tätig und erstellt eine Markdown-Datei (Endung .md) im angegebenen Ordner.
Obsidian
Die Darstellung der erzeugten Dateien schließlich übernimmt in meinem Setup die Notizverwaltung Obsidian.
Obsidian ist grundsätzlich vollkommen kostenlos nutzbar (es gibt aber auch diverse Möglichkeiten, das Projekt finanziell zu unterstützen).
Für mein Kaffee-Briefing habe ich einen eigenen sogenannten Vault (also Tresor) mit dem Namen „Kaffee-Briefing“ angelegt.
Obsidian findet die Ordnerstruktur und die erzeugten md-Dateien ganz von selbst und stellt diese dar. Es muss dafür kaum etwas eingestellt werden. Natürlich kann in den Einstellungen von Obsidian auch die Schriftart und Schriftgröße festgelegt werden, sowie die Darstellung von Überschriften. Ich verwende das Theme „Minimal“ direkt vom Obsidian-CEO Kepano und dessen Standardeinstellungen.
Alles, was ich mit einer Tasse Kaffee in der Hand am Montag Morgen jetzt noch tun muss, ist Obsidian zu öffnen und den Vault Kaffee-Briefing anzusteuern. Meine Nachrichten kann ich dort nun bequem lesen

Die von Claude erzeugten Markdown-Dateien in der Leseansicht in Obsidian
Synchonisation
Mein Sonntags-Briefing möchte ich nicht am Mac Mini lesen. Viel lieber lese ich an meinem Android-Smartphone oder am MacBook. Es wäre natürlich auch ein iPhone oder ein Tablet möglich.
Für die Synchronisation verwende ich den Obsidian-eigenen Sync-Dienst Obsidian Sync. Dies ist eine der Möglichkeiten, dem Projekt einen Obolus zukommen zu lassen, was ich gerne tue. Der Sync läuft rasend schnell und zuverlässig, Konflikte sind sehr selten.
Die Synchronisation ist aber durchaus auch mit anderen Diensten möglich, sei es Google Drive, Dropbox oder OneDrive – aber auch Syncthing oder Nextcloud sind denkbar.
Nachteile
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Ein Nachteil meines Setup ist, dass die Claude-Jobs auf das Kontingent meines Pro-Plans angerechnet werden. In aller Regel laufen die Jobs zügig durch, aber es kann durchaus auch vorkommen, dass die Ausführung einer Aufgabe etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt und entsprechend auf das freie Kontingent angerechnet wird. Die Jobs laufen also nicht kostenlos. Nutzt man Claude über die API, fallen die Kosten direkt an.
Ein weiterer Nachteil ist, dass diese Art der ganz individuellen News-Zusammenstellung Ressourcen in Form von Energie und Wasser verbraucht. Das muss jeder für sich selbst beurteilen – ein sensibler Umgang mit Ressourcen ist aber immer angebracht und es empfiehlt sich, von Zeit zu Zeit die angelegten Jobs zu überprüfen und zu hinterfragen, ob diese noch benötigt werden.
Fazit
Unter der Woche komme ich oft nicht dazu, mich bei allen Themen, für die ich mich interessiere, auf dem Laufenden zu halten. Speziell Nischen-Themen wollen oft aufwändig recherchiert sein. Ich genieße es, dass Claude mir diese Recherche-Tätigkeit nun abnimmt und ich meine Nachrichten der Woche bei Kaffee und Marmeladenbrötchen lesen kann.
Disclaimer: Dieser Beitrag wurde komplett von einer realen Person geschrieben.

Rainer Knappe
Rainer Knappe
Rainer Knappe
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